Welche Kfz-Versicherung ist in Deutschland Pflicht?
Jedes in Deutschland zum Verkehr zugelassene Kraftfahrzeug muss mindestens über eine Kfz-Haftpflichtversicherung verfügen. Das regelt § 1 des Pflichtversicherungsgesetzes (PflVG). Ohne gültigen Versicherungsnachweis (eVB-Nummer) ist eine Zulassung beim Straßenverkehrsamt nicht möglich. Teilkasko und Vollkasko sind freiwillige Zusatzversicherungen.
Wann lohnt sich Vollkasko gegenüber Teilkasko?
Vollkasko lohnt sich in der Regel für Fahrzeuge bis zu einem Alter von 5–7 Jahren oder einem Zeitwert ab etwa 10.000 €. Für ältere Fahrzeuge mit geringem Restwert übersteigen die Mehrkosten der Vollkasko oft die mögliche Schadenserstattung – hier reicht Teilkasko meist aus.
Was bedeutet der Schadensfreiheitsrabatt (SF-Rabatt)?
Der SF-Rabatt belohnt unfallfreies Fahren: Je mehr Jahre ohne Schaden, desto günstiger der Beitrag. Neukunden werden meist in SF-Klasse ½ eingestuft. Nach einem selbst verschuldeten Schaden erfolgt eine Rückstufung, die den Beitrag für mehrere Folgejahre erhöht. Es kann sinnvoll sein, Kleinschäden selbst zu zahlen, um die SF-Klasse zu erhalten.
Kann ich den Versicherer außerhalb des Hauptfälligkeitstermins wechseln?
Ja – das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) sieht mehrere Sonderkündigungsrechte vor: nach einem Schadensfall (§ 92 VVG), bei einer Beitragserhöhung ohne Leistungsverbesserung (§ 40 VVG) sowie innerhalb eines Monats nach Kauf eines Neufahrzeugs. Außerdem können Sie zum Ende der Hauptfälligkeit mit vier Wochen Frist ordentlich kündigen.
Wie unterscheiden sich Direkt- und klassische Versicherer?
Direktversicherer (z. B. Friday, DA Direkt) verzichten auf Außendienst und Filialnetz – dadurch günstigere Beiträge, aber kein persönlicher Ansprechpartner vor Ort. Klassische Versicherer (z. B. Allianz, AXA) bieten persönliche Beratung und oft ein breiteres Leistungsportfolio, verlangen dafür aber höhere Prämien. Welcher Typ passt, hängt von Ihrem Beratungsbedarf ab.